Kartoffeln roden wir mit dem selbstfahrenden Roder AVR Puma 3. Das ist eine 4-reihige Maschine mit einem Volvo-Motor mit 469 PS und einem 8-Tonnen-Bunker. Sie hebt die Knollen aus, trennt sie von Erde und Steinen und überlädt die Ware auf den Anhänger, ohne anzuhalten. In diesem Beitrag zeigen wir, wie so eine Ernte bei uns auf dem schweren Marschboden der Żuławy (Werder) abläuft, Tag für Tag und oft auch nachts.
Wie die Kartoffelernte Schritt für Schritt abläuft
Die Ernte beginnt lange vor der Einfahrt des Roders. Zuerst schlagen wir das Kraut ab, damit die Schale der Knolle abhärten kann. Erst dann verträgt die Kartoffel den Transport und schält sich nicht bei jedem Kontakt mit dem Sieb.
Dann fährt der Roder ein und die Arbeit läuft in einem Durchgang:
- Ausheben. Die Schare nehmen vier Reihen auf einmal samt Erdschicht auf.
- Trennen. Die Erde rieselt durch die Siebbänder zurück aufs Feld, die Knollen laufen weiter.
- Nachreinigen. Siebe und Bänder trennen Krautreste, Kluten und Steine ab, an denen es auf Marschboden nie mangelt.
- Verlesen. Die Mannschaft am Verlesestand fängt ab, was durchgekommen ist.
- Bunker und Überladen. Die saubere Ware fällt in den 8-Tonnen-Bunker und von dort über das Band auf den nebenher fahrenden Anhänger.
Jede dieser Stufen ist eine Gelegenheit, die Knolle zu beschädigen. Deshalb stellen wir den Roder auf das konkrete Feld ein: Auf trockener Erde arbeitet es sich anders als nach Regen, wenn der Marschboden an allem klebt.
Warum selbstfahrend und nicht gezogen
Bei unserer Fläche zählen der Durchsatz und die Frage, wie viele Stunden am Tag die Maschine tatsächlich rodet und nicht steht.
| Parameter | AVR Puma 3 |
|---|---|
| Typ | selbstfahrender 4-reihiger Roder |
| Motor | Volvo, 469 PS |
| Bunker | 8 t |
| Überladen | in Fahrt, auf den nebenher fahrenden Anhänger |
| Einsatz | Kartoffeln sowie Zwiebeln, aus den Schwaden aufgenommen |
Eine selbstfahrende Maschine hat einen Fahrer, eigenen Allradantrieb und eine Kabine mit Blick auf den gesamten Arbeitsstrang. Sie braucht keinen starken Traktor, der beim gezogenen Roder ohnehin die meiste Zeit nur zieht. Dazu verteilt sie das Gewicht besser, und das zählt auf schwerem, feuchtem Marschboden: Wir verdichten den Boden weniger, auf dem im nächsten Jahr die nächste Kultur aus unserer Fruchtfolge steht.
Schonung der Knolle, hier beginnen gute Pommes frites
Die Kartoffel verzeiht keine Stöße. Eine beschädigte Knolle verfärbt sich dunkel, lagert schlechter und fällt bei der Sortierung im Werk heraus. Bei Verarbeitungssorten wie Innovator und Donata steht viel auf dem Spiel, denn über den Wert einer Partie entscheiden die Trockenmasse und die Stäbchenlänge, nicht die Tonnage allein. Mehr dazu schreiben wir im Beitrag darüber, wovon gute Pommes frites abhängen.
In der Praxis stellt man die Schonung über ein paar Entscheidungen ein: über die Fallhöhen zwischen den Bändern, die Geschwindigkeit der Förderer, die Besetzung des Verlesestands und darüber, den Bunker zu füllen statt zuzuschütten. Je seltener die Knolle aus der Höhe fällt, desto weniger Probleme sieht später der Abnehmer.
Wir ernten so, dass die Knolle möglichst selten frei fällt. Jeder überflüssige Absturz ist eine mögliche Druckstelle, die sich erst nach Wochen im Lager zeigt, wenn die Partie längst beim Abnehmer liegt.
Überladen in Fahrt und die Nachtschicht
Der Roder hält nicht an, um die Ware abzugeben. Nebenher fährt ein Traktor mit Anhänger, das Überladeband gibt die Kartoffeln direkt über die Bordwand und die Ernte läuft weiter. Den Abtransport vom Feld übernehmen unsere Traktoren, unter anderem der John Deere 6930 Premium mit Tridem-Anhänger, auf Planen, die Druckstellen verhindern.
Nachts arbeiten wir dann, wenn das Wetter nur ein schmales Fenster lässt. Die Scheinwerfer am Roder leuchten den Arbeitsstrang aus, der Fahrer sieht dasselbe wie am Tag. Die Saison 2025 war sehr nass, im Juli fielen bei uns 150 bis 220 Liter Wasser pro Quadratmeter, jeder trockene Tag war also Gold wert. Mit 87 Maschinen im Maschinenpark können wir in so ein Fenster mit dem kompletten Gespann auf einmal fahren.
Dieselbe Maschine erntet uns die Zwiebeln
Der AVR Puma 3 steht nach den Kartoffeln nicht still. Bei der Zwiebel arbeitet er in der zweiten Erntephase: Er nimmt die Schwaden auf, die der Schwadleger Grimme WV 180 zuvor gelegt hat, und lädt die Ware in Fahrt über, bis zu 150 Tonnen pro Stunde. Den ganzen Ablauf beschreiben wir im Beitrag über den Zwiebelroder.

Eine Maschine für zwei Kulturen ist keine Sparmaßnahme um jeden Preis, sondern die bessere Auslastung von Technik, die ohnehin im Betrieb stehen muss. Kartoffeln und Zwiebeln kommen zu unterschiedlichen Terminen vom Feld, der Roder hat also von August bis in den Spätherbst zu tun.
Suchst du Verarbeitungs- oder Speisekartoffeln von einem Betrieb, der mit eigener Technik rodet und die Knolle vom Feld bis zur Palette im Auge behält? Schau dir das Kartoffelangebot an oder schreib uns über die Kontaktseite.






