Anbau

Fruchtfolge im Zwiebelanbau: wozu wir Weizen und Triticale anbauen

Zwiebeln dürfen nicht jedes Jahr auf dasselbe Feld zurückkehren. So planen wir die Fruchtfolge auf über 800 ha und diese Rolle spielen Weizen und Triticale.

Agro-Malz20. Juli 20265 Min. Lesezeit
Ein Getreidefeld auf unserem Betrieb in der Region Żuławy

Fruchtfolge bedeutet, die Kulturen auf demselben Feld in aufeinanderfolgenden Jahren zu wechseln. Im Zwiebelanbau ist das keine Theorie aus dem Lehrbuch, sondern die Voraussetzung für einen gesunden Ertrag: Zwiebeln dürfen erst nach mehreren Jahren Pause auf denselben Standort zurückkehren. Genau deshalb bauen wir auf über 800 Hektar neben Gemüse auch Weizen, Triticale und Raps an. In diesem Beitrag zeigen wir, wie wir unsere Fruchtfolge planen und was das Getreide für unsere Zwiebeln leistet.

Warum Zwiebeln nicht jedes Jahr auf dasselbe Feld zurückkehren dürfen

Zwiebeln, die Jahr für Jahr auf demselben Feld stehen, werden krank. Im Boden reichern sich bodenbürtige Krankheitserreger an, die viele Jahre im Boden überdauern können, dazu Schädlinge, die mit Zwiebelkulturen verbunden sind. Hinzu kommt die Bodenstruktur: Zwiebeln haben ein flaches Wurzelsystem und halten das Bodenprofil die ganze Saison über offen. Sie leisten also wenig für den Boden selbst und lassen dem Unkraut viel Raum.

In der Praxis heißt das ganz einfach: Zwiebeln kehren frühestens nach mehreren Jahren auf dasselbe Feld zurück, bei uns in der Praxis nicht früher als nach vier. Monokultur bedeutet, Probleme anzuhäufen und die Chemiedosen zu steigern. Wir gehen den anderen Weg, denn wir produzieren in einer Technologie ohne Pestizidrückstände, nach den Grundsätzen der Integrierten Pflanzenproduktion. Ein gesunder Standort aus einer guten Fruchtfolge ist der erste Schritt, damit diese Technologie überhaupt funktioniert.

Wie wir die Fruchtfolge auf unseren Feldern planen

Wir bewirtschaften über 800 Hektar, davon rund 400 Hektar Gemüse, den Rest Getreide und Raps. Unser Angebot umfasst 8 Kulturen, wir haben also genug, um eine Rotation aufzubauen. Die Zwiebel, das Schmuckstück unseres Betriebs, belegt rund 250 Hektar und wandert jedes Jahr auf andere Felder, während ihre Standorte von Kulturen übernommen werden, die mögen, was die Zwiebel hinterlässt.

Ein Stück unserer Geschichte: In den Zwiebelanbau sind wir genau deshalb eingestiegen, um die Fruchtfolge zu erweitern und den Betrieb nicht allein auf konventionelle Kulturen zu stützen. Heute funktioniert es in beide Richtungen. Das Getreide arbeitet für die Zwiebeln, die Zwiebeln für das Getreide.

KulturRolle in der Fruchtfolge
Zwiebeln (ca. 250 ha)unser Schmuckstück, kehrt nach mehreren Jahren Pause aufs Feld zurück
KartoffelnHackfrucht, tiefere Bodenbearbeitung und anderes Krankheitsspektrum als Zwiebeln
Rote BeteHackfrucht, nutzt die Fruchtbarkeit der Schwemmböden der Żuławy gut aus
Grüne ErbsenLeguminose, bindet Stickstoff und räumt das Feld früh
Weizen und TriticaleVorfrucht für Gemüse, Stroh und Bodenstruktur
Rapstiefe Pfahlwurzel, unterbricht die Krankheitszyklen des Getreides

Was das Getreide den Zwiebeln gibt

Erstens Zeit. Das Getreide räumt das Feld im Sommer, es bleibt also ein langes Fenster für Bodenbearbeitung, das Einebnen des Standorts und die Unkrautbekämpfung, bevor im Frühjahr die Drillmaschine mit den Zwiebeln kommt. Auf schweren Schwemmböden ist das unbezahlbar, denn dieser Boden lässt sich nicht in Eile vorbereiten. Mehr darüber, wie unser Boden arbeitet, schreiben wir im Beitrag über die Schwemmböden der Żuławy.

Zweitens Sauberkeit. Ein dichter Getreidebestand erstickt das Unkraut, auf dem Feld bleibt also ein kleinerer Vorrat an Unkrautsamen. Die Zwiebel kann sich dafür nicht revanchieren, denn sie hält das Bodenprofil die ganze Saison über offen. Die nasse Saison 2025 hat das deutlich gezeigt: Der Druck durch Spätverunkrautung war stark, und jede saubere Vorfrucht war Gold wert.

Drittens Gesundheit und Humus. Getreide leidet nicht an denselben Krankheiten wie Zwiebeln und gönnt dem Standort so eine sanitäre Pause. Stoppeln und gehäckseltes Stroh versorgen den Boden mit organischer Substanz und verbessern die Struktur des schweren Schwemmbodens.

Eine gute Vorfrucht ist im Zwiebelanbau die halbe Miete. Ein Feld nach Getreide ist eben, sauber und reich an organischen Rückständen, und genau das sind die Bedingungen, unter denen Zwiebeln einen hohen und gleichmäßigen Ertrag aufbauen.

Erbsen und Hackfrüchte, der Rest des Puzzles

Die Fruchtfolge endet nicht beim Getreide. Grüne Erbsen sind Leguminosen: Sie binden Stickstoff aus der Luft und räumen das Feld früh, hinterlassen also einen nährstoffreichen, arbeitsbereiten Standort. Kartoffeln und Rote Bete sind Hackfrüchte, die eine tiefere Bodenbearbeitung erfordern und ein anderes Krankheitsspektrum als Zwiebeln haben, sie trennen die Zwiebelstandorte in der Rotation also gut voneinander.

So wechseln sich auf jedem Feld Pflanzen mit flachen und tiefen Wurzeln ab, die unterschiedliche Rückstände hinterlassen und an Unterschiedlichem erkranken. Der Boden bekommt von jeder Kultur eine Pause, und wir halten die Zwiebelerträge bei rund 60 Tonnen pro Hektar. Das ganze Zwiebeljahr, von der Standortvorbereitung bis zur Ernte, beschreiben wir im Leitfaden darüber, wie wir Zwiebeln in der Region Żuławy anbauen.

Weizen und Triticale sind auch Ware, nicht nur Vorfrucht

Getreide ist bei uns kein Anhängsel des Gemüses. Es sind vollwertige Kulturen, die wir ernten, lagern und an Großabnehmer verkaufen. Wir besitzen das GMP+-Zertifikat, das im Handel mit Getreide für Futterzwecke wichtig ist, und wir arbeiten mit demselben Park von 87 Maschinen, mit RTK-GPS und teilflächenspezifischer Ausbringung, den wir auch im Gemüse einsetzen.

Die Details finden Sie auf unseren Angebotsseiten: Weizen und Triticale. Den Preis kalkulieren wir auf Basis der aktuellen Marktpreise und vereinbaren ihn individuell.

Häufig gestellte Fragen

Wie oft dürfen Zwiebeln auf dasselbe Feld zurückkehren?

Nach mehreren Jahren Pause, bei uns in der Praxis nicht früher als nach vier. Eine kürzere Rotation bedeutet eine Anreicherung bodenbürtiger Krankheiten und Schädlinge und damit einen schwächeren Ertrag und einen höheren Pflanzenschutzbedarf.

Welche Vorfrucht ist die beste für Zwiebeln?

Getreide bewährt sich gut. Es räumt das Feld früh, hinterlässt einen sauberen, ebenen Standort und Stroh, das die Bodenstruktur verbessert. Bei uns übernehmen vor allem Weizen und Triticale die Rolle der Vorfrucht.

Baut ihr Getreide nur für die Fruchtfolge an?

Nein. Weizen und Triticale sind Positionen unseres Angebots und werden genauso im Großhandel verkauft wie unser Gemüse. Fruchtfolge und Handel ergänzen sich hier einfach gut.

Warum seid ihr überhaupt in den Zwiebelanbau eingestiegen?

Genau wegen der Fruchtfolge. Wir wollten die Rotation erweitern und den Betrieb nicht allein auf konventionelle Kulturen stützen. Heute belegt die Zwiebel rund 250 Hektar und ist das Schmuckstück unseres Betriebs.


Sie suchen Weizen, Triticale oder Zwiebeln von einem Betrieb, der auf seine Standorte achtet? Sehen Sie sich unser Zwiebelangebot an oder schreiben Sie uns über die Kontaktseite.

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