Anbau

Zwiebeln aus den Żuławy: wie wir sie anbauen, Schritt für Schritt

Wie wir Zwiebeln auf den Marschböden der Żuławy anbauen: Sorten, Agrartechnik, Präzisionslandwirtschaft und ein Ertrag von rund 60 Tonnen pro Hektar. Praxis aus dem Betrieb, keine Theorie.

Agro-Malz21. Juni 20267 Min. Lesezeit
Zwiebelfeld in den Żuławy zur goldenen Stunde

Die Zwiebel ist unsere Anbauperle. Wir haben mit 2,5 Hektar angefangen, heute bewirtschaften wir rund 50 Hektar, und die Erträge erreichen etwa 60 Tonnen pro Hektar. Das liegt deutlich über dem Landesdurchschnitt, der meist zwischen 30 und 50 Tonnen liegt. In diesem Beitrag zeigen wir, wie wir das machen: von der Wahl der Sorte und des Bodens über das Feld und die Präzisionslandwirtschaft bis zur Ernte und dem Weg ins Lager.

Wir schreiben aus der Praxis. Wir schreiben keinen Ratgeber ab, sondern beschreiben das, was im Jahresverlauf wirklich bei uns auf dem Feld passiert.

Warum die Żuławy die Zwiebel mögen

Die Żuławy sind eine besondere Region: fruchtbare Marschböden, also schwere, humusreiche Böden, die vom Wasser angeschwemmt wurden, reich an Nährstoffen und mit guter Wasserhaltefähigkeit. Die Zwiebel mag fruchtbaren, durchlässigen Boden mit leicht saurem bis neutralem pH-Wert (etwa 6 bis 6,5). Die Marschböden geben der Zwiebel in Verbindung mit unserem pommerschen Klima gleichmäßige, ruhige Wachstumsbedingungen über die ganze Saison.

Diese Erde hat einen besonderen Charakter: Sie ist schwer. Deshalb wählen wir Maschinen und Arbeitsweise so, dass wir den Ertrag herausholen, ohne die Bodenstruktur zu zerstören. Das Gleiche gilt für die Ernte, dazu weiter unten mehr.

Die Marschböden der Żuławy sind unser natürlicher Trumpf. Diese Erde lässt sich nicht kopieren, und die Zwiebel dankt es ihr mit Ertrag und Qualität.

Die Sorten, die wir anbauen

Wir setzen auf bewährte Sorten vom Rijnsburger-Typ sowie auf rote Zwiebeln. Jede wählen wir nach einem konkreten Ziel aus: Festigkeit, Kaliber und wie lange sie sich lagern lässt.

SorteTypWas sie auszeichnet
Hybelle F1gelb, Rijnsburgerunsere Leitsorte: große, kugelige Zwiebeln in einer kräftigen, mehrschichtigen Schale, überdurchschnittlich fest, hervorragend zur langen Lagerung
Hysinger F1gelb, Rijnsburgeraußergewöhnlich großes Kaliber, gut anliegende strohfarbene Schale, ideal zum Schälen und für die Gastronomie
Redtide F1rotintensiv weinrote Schale, kugelige Verdickungen, gut für die Verarbeitung und den Frischmarkt

Gelbe Zwiebeln findest du in unserem Zwiebelangebot, die rote Sorte auf der Seite zur roten Zwiebel.

Was ist der Rijnsburger-Typ und warum setzen wir auf ihn

Rijnsburger ist ein Zwiebeltyp, keine einzelne Sorte. Er zeichnet sich durch kugelige Verdickungen, eine feste, gut deckende Schale in stroh-goldener Farbe und eine sehr gute Lagerfähigkeit aus. Gute Sorten dieses Typs können bis Mai oder sogar Juni im Lager liegen, ohne an Qualität zu verlieren.

Für uns hat das einen doppelten Sinn. Erstens verträgt eine feste Zwiebel die maschinelle Ernte und das Verpacken gut. Zweitens erlaubt uns die lange Haltbarkeit, die Ware über einen größeren Teil des Jahres zu verkaufen und nicht nur direkt nach der Ernte. Wie wir das nutzen, beschreiben wir in einem eigenen Beitrag über die Lagerung von Zwiebeln.

Unser Anbaujahr, von der Aussaat bis zur Ernte

Wir bauen die Zwiebel aus Saat an. Die Saison läuft bei uns in einer festen, bewährten Reihenfolge ab:

  1. Bodenvorbereitung und Aussaat im zeitigen Frühjahr, meist im April, wenn der Boden bereit ist.
  2. Düngung abgestimmt auf die Nährstoffvorräte des Bodens und den geplanten Ertrag.
  3. Pflanzenschutz im integrierten Pflanzenbau, also eine Behandlung dann, wenn sie wirklich nötig ist, und nicht automatisch.
  4. Bewässerung und Pflege in der Saison, damit die Zwiebel gleichmäßig wächst.
  5. Ernte mit dem Vollernter Grimme WV180, wenn das Laub umknickt und die Schale reif ist.
  6. Nachreinigung, Sortierung und Lagerung in unserem Lager.

Die Richtwerte für die Düngung liegen beim Zwiebelanbau bei einem Ertrag von etwa 50 Tonnen pro Hektar ungefähr so:

NährstoffRichtwert
Stickstoff (N)ca. 120-140 kg/ha
Phosphor (P2O5)ca. 60-80 kg/ha
Kalium (K2O)ca. 150-200 kg/ha

Das ist ein Ausgangspunkt. Bei uns ergeben sich die konkreten Mengen aus Bodenuntersuchungen und aus der variablen Dosierung, zu der wir gleich kommen.

Zwiebelfeld zur goldenen Stunde in den Żuławy
Zwiebelfeld in den Żuławy gegen Ende der Saison.

Präzisionslandwirtschaft: wie wir den Ertrag steigern

Wir bewirtschaften das Feld mit Präzisionslandwirtschaft, und das ist einer der Gründe, warum unsere Erträge hoch sind. Wir nutzen die GPS-Navigation Trimble mit RTK-Korrektur, das System John Deere Auto Pilot und die variable Dosierung.

  • GPS RTK liefert eine Genauigkeit im Zentimeterbereich, sodass wir Bahn für Bahn gleichmäßig fahren, ohne Überlappungen und Auslassungen.
  • Auto Pilot führt den Traktor automatisch parallel, was Kraftstoff spart und den Fahrer entlastet.
  • Variable Dosierung erlaubt es, jedem Feldabschnitt genau so viel Dünger zu geben, wie er braucht.

Das Ergebnis sind weniger verschwendetes Saatgut und Dünger sowie ein gleichmäßigerer Anbau. Unsere gesamte Technik, einschließlich des Zwiebelvollernters, beschreiben wir im Maschinenpark.

Bewässerung und Pflanzenschutz in der Saison

Die Zwiebel mag keine Trockenheit in den entscheidenden Wachstumsphasen, deshalb bewässern wir das Feld in der Saison dann, wenn es nötig ist. Eine gleichmäßige Bewässerung wirkt sich direkt auf Kaliber und Gleichmäßigkeit der Partie aus, und das zählt beim Verkauf: Der Abnehmer will einheitliche Ware, keine Lotterie.

Den Pflanzenschutz betreiben wir im integrierten Pflanzenbau. Kurz gesagt: Wir reagieren dann, wenn die Beobachtung des Feldes und die Schadschwellen es verlangen, und nicht automatisch oder auf Vorrat. Diese Arbeitsweise begrenzt die Zahl der Behandlungen und hinterlässt weniger Rückstände in der Zwiebel, was wir mit Untersuchungen jeder Partie belegen.

Ein Ertrag von rund 60 Tonnen pro Hektar, woher kommt dieses Ergebnis

Es gibt hier keinen einzelnen Trick. Das Ergebnis ergibt sich aus der Summe der Entscheidungen: guter Boden, die richtige Sorte, präzise Düngung, Bewässerung und Ernte zum richtigen Zeitpunkt.

ParameterBei unsLandesdurchschnitt (Richtwert)
Zwiebelertragca. 60 t/haca. 30-50 t/ha
Zwiebelflächeca. 50 ha-
Lagerca. 1300 t-

Rund 60 Tonnen pro Hektar sind ein sehr gutes Ergebnis unter Feldbedingungen. Es entsteht durch Praxis, nicht durch eine einzelne Maßnahme.

Qualität vom Feld an: integrierter Pflanzenbau und Zertifikate

Qualität beginnt auf dem Feld und nicht in der Sortieranlage. Wir führen den Betrieb nach den Grundsätzen des integrierten Pflanzenbaus sowie der Zertifikate GlobalG.A.P. und GRASP. In der Praxis bedeutet das einen kontrollierten, maßvollen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, die Rückverfolgbarkeit jeder Partie und regelmäßige Untersuchungen auf Rückstände von Pestiziden und Schwermetallen.

Für den B2B-Abnehmer ist das keine Formsache, sondern eine Voraussetzung für die Zusammenarbeit. Was diese Zertifikate dem Käufer genau bringen, erklären wir im Beitrag über die Großlieferung von Zwiebeln.

Was nach der Ernte passiert

Die Ernte ist nicht das Ende, sondern die halbe Strecke. Nach dem Roden reinigen, trocknen und sortieren wir die Zwiebel nach, dann kommt sie in unser Lager für rund 1300 Tonnen. Es erlaubt uns, den Verkauf zeitlich zu steuern und die Ware über einen größeren Teil des Jahres zu liefern. Wie wir das machen, beschreiben wir im Leitfaden über die Lagerung von Zwiebeln.

Die häufigsten Fehler beim Zwiebelanbau

Aus unserer Praxis verderben einige Dinge am häufigsten Ertrag und Qualität:

  • Schlechter Boden oder pH-Wert. Die Zwiebel verzeiht keinen verschlämmten, zu sauren Boden. Ohne den richtigen pH-Wert und die richtige Struktur bringt der Rest der Maßnahmen wenig.
  • Ungleichmäßige Aussaat. Ohne Präzision konkurrieren die Pflanzen um Licht und Nährstoffe, und das Kaliber läuft auseinander. Hier hilft die GPS-RTK-Führung.
  • Falscher Erntezeitpunkt. Eine Ernte vor dem Reifen der Schale oder nach dem Termin schlägt sich auf die Haltbarkeit im Lager nieder.
  • Ausgelassenes Nachtrocknen. Selbst eine gute Zwiebel verfault, wenn sie mit feuchtem Hals ins Lager kommt.

Jeder dieser Fehler lässt sich durch Planung und Beobachtung des Feldes vermeiden.

Die häufigsten Fragen zum Zwiebelanbau

Wie viele Zwiebeln kann man pro Hektar ernten?

In Polen liegt der typische Ertrag bei 30 bis 50 Tonnen pro Hektar. Im intensiven, bewässerten Anbau lassen sich 60 bis 80 Tonnen erreichen. Bei uns erreichen die Zwiebelerträge rund 60 Tonnen pro Hektar.

Welcher Boden ist am besten für Zwiebeln?

Fruchtbar, humusreich und durchlässig, mit einem pH-Wert von etwa 6 bis 6,5. Die Marschböden der Żuławy erfüllen diese Bedingungen gut.

Wann sät man Zwiebeln aus Saat?

Im zeitigen Frühjahr, wenn der Boden bearbeitungsbereit ist, bei uns meist im April.

Welche gelbe Zwiebelsorte eignet sich gut zur Lagerung?

Sorten vom Rijnsburger-Typ wie Hybelle F1 und Hysinger F1 sind fest und gut gedeckt, dadurch vertragen sie eine lange Lagerung.

Was ist der Rijnsburger-Typ?

Das ist ein Zwiebeltyp mit kugeligen Verdickungen und fester, strohfarbener Schale, geschätzt für seine sehr gute Lagerfähigkeit.

Worin besteht die Präzisionslandwirtschaft im Zwiebelanbau?

In der Führung der Maschinen mit Zentimetergenauigkeit (GPS RTK), der automatischen Parallelführung und der variablen Düngerdosierung, was den Ertrag steigert und Verschwendung begrenzt.

Lohnt sich der Zwiebelanbau?

Bei gutem Ertrag, Qualität der Klasse I und der Möglichkeit zur Lagerung kann die Zwiebel ein sehr rentabler Anbau sein. Der Schlüssel ist Wiederholbarkeit und ein zeitlich verteilter Verkauf, nicht allein der Preis zur Erntespitze.

Worin unterscheidet sich der Anbau aus Saat vom Anbau aus Steckzwiebeln?

Der Anbau aus Saat bringt im großen Maßstab meist einen höheren Ertrag und eine bessere Lagerqualität, deshalb bauen wir die Zwiebel aus Saat an. Steckzwiebeln sind manchmal schneller, aber auf großer Fläche weniger ertragreich.


Willst du wissen, für wen wir Zwiebeln verpacken und wie die B2B-Zusammenarbeit aussieht? Sieh dir unseren Beitrag über die Großhandelszwiebel aus den Żuławy an oder schreib uns über die Kontaktseite.

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