Die Zwiebel bedrohen einige Krankheiten und Schädlinge, doch den meisten lässt sich vorbeugen, bevor sie überhaupt zum Problem werden. Zu den gefährlichsten Krankheiten zählen Falscher Mehltau, Grauschimmel und Lagerfäulen, unter den Schädlingen der Zwiebelthrips und die Zwiebelfliege. Für uns liegt der Schlüssel nicht im Spritzen auf Verdacht, sondern in der Vorbeugung: Fruchtfolge, ein gesunder und gleichmäßiger Bestand, präziser Schutz und aufmerksames Feldmonitoring. In diesem Beitrag zeigen wir, was die Zwiebel wirklich bedroht und wie wir das auf rund 250 Hektar im Griff behalten.
Die häufigsten Krankheiten der Zwiebel
Unsere Zwiebeln wachsen im maritimen, feuchten Klima des Werders, und Feuchtigkeit begünstigt Pilzkrankheiten. Deshalb gehen wir Krankheiten von der Vorbeugung her an: durch Fruchtfolge, die Wahl gesunder Sorten und schnelles Reagieren, sobald das Monitoring eine reale Gefahr zeigt. Nachfolgend die Krankheiten, auf die wir am meisten achten.
| Krankheit | Wann sie droht und woran man sie erkennt | Wie wir sie begrenzen |
|---|---|---|
| Falscher Mehltau | Feuchte, kühle Tage; grauvioletter Belag und vergilbende, umknickende Blätter | Monitoring, luftiger Standort, Fruchtfolge, präziser Schutz an der Schwelle |
| Grauschimmel und Halsfäule | Vor allem im Lager, dringt durch einen ungetrockneten Hals ein | Trocknung 2 bis 4 Tage, geschlossener Hals, Belüftung im Lager |
| Fusarium-Basalfäule | Bodenbürtige Krankheit; faulende Basisplatte und welkende Pflanzen | Mindestens vierjährige Fruchtfolge, gesundes Pflanzgut, keine Zwiebel nach Zwiebel |
| Weißfäule | Bodenbürtig, der Erreger überlebt viele Jahre im Boden | Lange Anbaupause, saubere Maschinen, Feldkontrolle |
Die wichtigste Regel gilt für alle gleich: keine Zwiebel nach Zwiebel anbauen. Zwiebeln, die Jahr für Jahr auf demselben Feld stehen, erkranken, weil sich bodenbürtige Erreger im Boden anreichern. Warum wir eine lange Fruchtfolge halten, erklären wir im Beitrag über die Fruchtfolge im Zwiebelanbau.
Schädlinge der Zwiebel, worauf wir achten
Schädlinge können eine Pflanze schwächen und Krankheiten Tür und Tor öffnen, deshalb nehmen wir sie ernst, aber ohne Panik. Wir greifen nicht vorsorglich zu einem Mittel. Zuerst beobachten wir das Feld und den Flug der Insekten, und wir handeln erst, wenn die Gefahr die Schwelle überschreitet, die einen Eingriff rechtfertigt.
| Schädling | Was er anrichtet | Wie wir ihn begrenzen |
|---|---|---|
| Zwiebelthrips | Saugt in warmen, trockenen Sommern Saft; silbrige Streifen am Laub, schwächerer Ertrag | Monitoring, Schadschwellen, präziser und punktueller Schutz |
| Zwiebelfliege | Die Larven fressen an der Basis der Zwiebel, Pflanzen welken und sterben ab | Fruchtfolge, gesunder kräftiger Aufgang, Beobachtung des Flugtermins |
| Zwiebelrüssler | Schädigt das Laub, schwächt die Pflanze | Feldmonitoring, Reaktion an der Schwelle, sauberes Umfeld des Anbaus |
Eine gesunde, kräftige Pflanze verträgt Schädlingsdruck weit besser als eine geschwächte. Deshalb setzen wir den ersten Schritt im Schutz schon bei der Aussaat: ein gleichmäßiger, einheitlicher Bestand mit starkem Start bedeutet weniger Angriffsflächen für Schädlinge und Krankheiten. Wie wir die Zwiebel von der Aussaat bis zur Ernte führen, beschreiben wir im Leitfaden zum Zwiebelanbau im Werder.
Vorbeugen, nicht heilen: unser Weg
Zwiebelschutz heißt bei uns vor allem Vorbeugung. Je weniger Gelegenheiten für Erreger und Schädlinge, desto seltener müssen wir eingreifen. Wir stützen uns auf vier Säulen.
- Fruchtfolge. Die Zwiebel kehrt frühestens nach vier Jahren auf dasselbe Feld zurück. Das ist der wirksamste Weg gegen bodenbürtige Krankheiten und an Zwiebelkulturen gebundene Schädlinge, ganz ohne Chemie.
- Gesunder, gleichmäßiger Bestand. Wir säen mit GPS-Navigation und RTK-Korrektur, sodass die Reihen gleichmäßig sind und die Pflanzen gleichen Zugang zu Licht und Nährstoffen haben. Eine starke Pflanze verteidigt sich besser.
- Monitoring und Schwellen. Wir schauen, was wirklich auf dem Feld geschieht, und handeln erst an der Schadschwelle, nicht auf Verdacht. Das ist der Kern der Integrierten Pflanzenproduktion, nach der wir den ganzen Betrieb führen.
- Präziser Schutz. Unkräuter, die mit der Zwiebel konkurrieren und Krankheiten begünstigen, bekämpfen wir per Punktbehandlung. Die Maschine Ecorobotix ARA spritzt nur dort, wo eine Kamera ein Unkraut erkennt, und senkt die Chemiedosen um rund 70 Prozent. Wie das funktioniert, zeigen wir im Beitrag über die Punktbehandlung mit Ecorobotix ARA.
Wir produzieren in einer Technologie frei von Pestizidrückständen, nach den Grundsätzen der Integrierten Pflanzenproduktion. Weniger Behandlungen und präziser, punktueller Schutz machen es einfacher, diesen Standard zu halten, und jede Partie prüfen wir ohnehin auf Rückstände.

Lagerkrankheiten beginnen auf dem Feld
Manche Krankheiten zeigen sich nicht auf dem Feld, sondern erst später im Lager. Grauschimmel und Halsfäule dringen durch einen ungetrockneten, offenen Hals in die Zwiebel ein, und jede Druckstelle aus einer nachlässigen Ernte ist ein fertiges Einfallstor für Fäulnis. Deshalb beginnen wir den Kampf um gesunde Ware im Lager schon auf dem Feld: Wir ernten schonend, und nach der Ernte trocknen wir die Zwiebeln 2 bis 4 Tage, bis der Hals trocken und geschlossen ist.
Erst so vorbereitete Zwiebeln kommen ins Lager, wo wir Temperatur und Belüftung überwachen und die Partien regelmäßig kontrollieren. Den ganzen Prozess beschreiben wir im Leitfaden zur Lagerung von Zwiebeln. Er entscheidet, wie viel der Ernte in guter Form bis zum Verkauf durchhält.
Was das für den Abnehmer bedeutet
Vorbeugen statt heilen ist nicht nur ein gesünderer Anbau, sondern auch eine verlässlichere Ware. Der Abnehmer erhält Zwiebeln, die Audits und Untersuchungen ohne Überraschungen bestehen, angebaut mit minimalem, präzisem Chemieeinsatz. Jede Partie prüfen wir auf Pestizidrückstände, Schwermetalle und gesundheitsgefährdende Stoffe.
Für Packbetriebe und die Verarbeitung zählt eines: Ware in wiederholbarer, dokumentierter Qualität. Die Sorten und Lieferformen finden Sie in unserem Zwiebelangebot.
Häufige Fragen
Welche Krankheiten der Zwiebel sind am häufigsten?
Am häufigsten Falscher Mehltau, Grauschimmel und Halsfäule sowie bodenbürtige Krankheiten wie Fusarium-Basalfäule und Weißfäule. Ein feuchtes Klima begünstigt vor allem den Falschen Mehltau, deshalb achten wir auf einen luftigen Standort und die Fruchtfolge.
Was ist Falscher Mehltau der Zwiebel?
Es ist eine Pilzkrankheit, die sich an feuchten, kühlen Tagen entwickelt. Sie zeigt sich als grauvioletter Belag am Laub und als vergilbende, umknickende Blätter. Wir begrenzen sie durch Monitoring, Fruchtfolge und präzisen Schutz, sobald die Gefahr die Schwelle überschreitet.
Welcher Schädling befällt die Zwiebel am häufigsten?
Am häufigsten der Zwiebelthrips, der in warmen, trockenen Sommern Saft saugt und silbrige Streifen am Laub hinterlässt, sowie die Zwiebelfliege, deren Larven an der Basis der Zwiebel fressen. Wir reagieren erst an der Schadschwelle.
Wie beugt man Krankheiten der Zwiebel vor?
Am wirksamsten durch Fruchtfolge, also eine lange Anbaupause der Zwiebel auf demselben Feld, einen gesunden und gleichmäßigen Bestand, Feldmonitoring sowie Trocknung nach der Ernte, die Lagerfäulen begrenzt.
Warum faulen Zwiebeln im Lager?
Meist, weil sie ungetrocknet oder bei der Ernte gequetscht waren. Halsfäule dringt durch einen feuchten, offenen Hals ein. Deshalb ernten wir schonend und trocknen die Zwiebeln 2 bis 4 Tage, bevor sie ins Lager kommen.
Sie suchen Zwiebeln, die mit Bedacht und minimalem Chemieeinsatz angebaut werden? Sehen Sie sich unser Zwiebelangebot an oder schreiben Sie uns über die Kontaktseite.



