Das GlobalG.A.P.-Zertifikat eines Lieferanten prüft man anhand seiner GGN im öffentlichen GLOBALG.A.P. Supply Chain Portal. Es reicht, die 13 Ziffern einzugeben, und Sie sehen, ob das Zertifikat gültig ist, wer es ausgestellt hat und welche Produkte es umfasst. Eine Kopie des Zertifikats als PDF genügt nicht, denn das Zertifikat kann abgelaufen oder ausgesetzt sein. Wir zeigen Schritt für Schritt, wie das geht und worauf Sie achten sollten.
Was die GGN-Nummer ist
Die GGN, also die GLOBALG.A.P. Number, ist eine eindeutige 13-stellige Nummer, die ein Erzeuger bei der Registrierung im Zertifizierungssystem von GLOBALG.A.P. erhält. Vergeben wird sie von der Zertifizierungsstelle im GLOBALG.A.P.-System. Die Nummer identifiziert den Betrieb oder die Erzeugergruppe und bleibt ihnen deshalb auch bei den folgenden Audits erhalten. Statt der GGN kann ein Unternehmen auch seine GLN verwenden.
Über diese Nummer prüft man alles, was für den Käufer zählt: den Status des Zertifikats, die Gültigkeit und die Produktliste. Was der Standard selbst ist und was der Auditor bewertet, beschreiben wir im Beitrag darüber, was GlobalG.A.P. dem Gemüseabnehmer bringt.
Wie Sie das Zertifikat Schritt für Schritt prüfen
- Bitten Sie den Lieferanten um die GGN und eine Kopie des Zertifikats. Ein seriöser Erzeuger gibt beides ohne Umstände heraus.
- Öffnen Sie das GLOBALG.A.P. Supply Chain Portal auf globalgap.org. Seit dem 3. November 2025 ersetzt dieses Werkzeug die frühere GLOBALG.A.P.-Datenbank. Die Abfrage ist öffentlich, ohne Anmeldung.
- Geben Sie die 13-stellige Nummer ein und öffnen Sie das Profil des Unternehmens.
- Gleichen Sie die Daten mit den Handelsdokumenten ab: Name und Adresse des Zertifikatsinhabers mit den Angaben auf der Rechnung und im Vertrag.
- Prüfen Sie Status, Gültigkeit und Produktliste und dabei gleich auch den Status der Zusatzmodule, zum Beispiel GRASP.
Ein Zertifikat oder eine Nummer, die sich in der öffentlichen Datenbank nicht finden lässt, betrachtet GLOBALG.A.P. sofort als ungültig.
Was das Portal zeigt und worauf Sie achten sollten
| Angabe im Portal | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|
| Zertifikatsinhaber und Adresse | ist es dasselbe Unternehmen, das die Rechnung ausstellt |
| Status für den Standard und die Zusatzmodule | ist das Zertifikat aktiv und nicht ausgesetzt |
| Gültigkeit des Zertifikats | deckt sie den Liefertermin ab, nicht nur den Tag der Vertragsunterzeichnung |
| Zertifizierungsstelle | wer das Audit durchgeführt hat, hilfreich bei Fragen zum Geltungsbereich |
| Land und Art der Produktion | passt es zur angegebenen Herkunft der Ware |
| Produktliste | stehen darauf Zwiebeln, Kartoffeln oder die andere Ware, die Sie kaufen |
Ein Zertifikat gilt in der Regel 12 Monate, und der Betrieb wird jedes Jahr auditiert. Einen Teil der Kontrollen führen die Zertifizierungsstellen unangekündigt durch. Wie ein solches Audit von innen aussieht, beschreiben wir im Beitrag über das GlobalG.A.P.-Audit auf unserem Betrieb.

Die häufigsten Fallstricke
- Produkt außerhalb des Geltungsbereichs. Die Zertifizierung umfasst nur die vom Erzeuger registrierten Produkte. Ein Betrieb kann ein Zertifikat für Kartoffeln haben und Zwiebeln ohne Zertifikat verkaufen.
- Aussetzung einzelner Produkte. Eine Aussetzung kann ein, mehrere oder alle Produkte betreffen. Für ein ausgesetztes Produkt darf sich der Lieferant nicht auf GlobalG.A.P. berufen.
- Gruppenzertifikat. In Option 1 hat ein einzelner Erzeuger das Zertifikat, in Option 2 eine Erzeugergruppe als juristische Person mit eigenem Qualitätsmanagementsystem. Bei einem Gruppenzertifikat sollten Sie sich vergewissern, dass Ihr Lieferant zur Gruppe gehört.
- Zertifikat des Händlers statt des Erzeugers. Ein Handelsunternehmen, das die Ware nur weiterverkauft, hat kein Betriebszertifikat. Um sie als zertifiziert weiterzuverkaufen, braucht es eine eigene Zertifizierung der Lieferkette (Chain of Custody).
- Veraltete Kopie. Ein PDF von vor einem Jahr beweist nichts. Es zählt der Stand im Portal am Liefertag.
GRASP und das GGN-Label
GRASP ist ein Zusatzmodul zu GlobalG.A.P., das die Arbeitsbedingungen bewertet. Umgangssprachlich spricht man vom „GRASP-Zertifikat“, formal ist das Ergebnis aber eine Konformitätsbestätigung, die ein Jahr gilt und nur zusammen mit der GlobalG.A.P.-Zertifizierung erhältlich ist. Auch ihr Status ist im Portal zu sehen. Mehr dazu schreiben wir im Beitrag über GRASP und die Arbeitsbedingungen.
Das GGN-Label, das der Verbraucher im Laden auf der Verpackung sieht, setzt ein GlobalG.A.P.-Zertifikat, eine GRASP-Bewertung und eine Zertifizierung der Lieferkette bei allen Unternehmen auf dem Weg voraus. Gibt der Endkunde die Nummer auf ggn.org ein, sieht er das Profil des Betriebs.
Wie es bei uns aussieht
Wir haben GlobalG.A.P. mit dem Modul GRASP, dazu FSA Gold (Farm Sustainability Assessment) und GMP+. Den ganzen Betrieb führen wir nach den Grundsätzen der Integrierten Pflanzenproduktion. Auf Wunsch des Abnehmers nennen wir unsere GGN zusammen mit einer Kopie des Zertifikats, damit er den Status selbst im Portal prüfen kann, statt uns aufs Wort zu glauben.
Wir bauen rund 250 Hektar Zwiebeln an und lagern sie in unserem eigenen Lager für 13.000 Tonnen, sodass der Abnehmer die Ware direkt vom Erzeuger kauft und nicht über weitere Handelsstufen. Wie die Zusammenarbeit auf der Handelsseite aussieht, beschreiben wir unter Zwiebeln im Großhandel direkt vom Erzeuger. Sorten und Verpackungsformen finden Sie in unserem Zwiebelangebot, und nach der GGN und den Dokumenten fragen Sie am einfachsten über das Kontaktformular. Den Preis kalkulieren wir auf Basis der aktuellen Marktpreise.






