GRASP ist ein Kürzel, das Gemüseabnehmer neben GLOBALG.A.P. sehen und oft überlesen. Dabei sagt genau dieses Modul aus, wie wir die Menschen behandeln, die die Ware ernten und verpacken. In diesem Beitrag erklären wir, was GRASP ist, was bewertet wird und warum Arbeitsbedingungen beim Lieferanten für den Käufer kein nettes Extra sind, sondern ein echtes Auswahlkriterium.
Was ist GRASP
GRASP steht für GLOBALG.A.P. Risk Assessment on Social Practice, also die Risikobewertung sozialer Praktiken. Es ist ein Zusatzmodul zum GLOBALG.A.P.-Zertifikat, deshalb können sich nur Betriebe darum bewerben, die GLOBALG.A.P. bereits besitzen. Die GRASP-Bewertung läuft zusammen mit dem GLOBALG.A.P.-Audit, in einem einzigen Termin mit dem Auditor.
Einfacher gesagt: GLOBALG.A.P. schaut darauf, wie wir anbauen und was ins Gemüse gelangt. GRASP schaut darauf, wie wir die Menschen behandeln, die an diesem Gemüse arbeiten. Wir haben beides, und dazu führen wir den Betrieb nach den Grundsätzen der Integrierten Pflanzenproduktion.
Was GRASP bewertet
GRASP konzentriert sich auf Gesundheit, Sicherheit und Wohlergehen der Mitarbeiter auf Betriebsebene. Der Auditor prüft konkrete Bereiche, keine Absichtserklärungen.
| Bewertungsbereich | Was das in der Praxis bedeutet |
|---|---|
| Stimme der Mitarbeiter | Mitarbeiter können Anliegen melden und werden gehört |
| Arbeitnehmerrechte | Verträge, Arbeitszeit und Löhne im Einklang mit dem Gesetz |
| Sicherheit und Gesundheit | sichere Arbeitsplätze, Geräte und Arbeitsbedingungen |
| Schutz junger Menschen | keine Kinderarbeit, Schutz junger Mitarbeiter |
Ein wichtiges Detail: Die Bewertung umfasst jede Form der Beschäftigung, auch Saison- und Zeitarbeit. Im Gemüseanbau ist das wesentlich, denn die Spitze der Arbeiten bei der Zwiebel ist genau die Ernte- und Verpackungssaison, wenn die meisten Hände gebraucht werden.
Warum das für den Abnehmer zählt
Wer Gemüse kauft, kauft längst nicht mehr nur Ware. Die Handelsketten und Verarbeitungsbetriebe, die unsere Partner beliefern, verlangen von ihren Lieferanten Rechenschaft darüber, woher der Rohstoff stammt und wie er erzeugt wurde. Die Arbeitsbedingungen sind Teil dieser Rechenschaft.
GRASP gibt dem Abnehmer etwas Einfaches: den Nachweis, dass hinter der Lieferung ein Betrieb steht, dessen soziale Praktiken jemand Unabhängiges geprüft hat. Das nimmt dem Käufer ein Risiko ab. Statt aufs Wort zu vertrauen, hat er ein Audit.
Unser Gemüse geht an Marktführer wie Onix, Farm Frites und FreshPol, Partner, die die größten Handelsketten und Verarbeitungsbetriebe in Polen und Europa beliefern. Für solche Abnehmer sind GRASP und GLOBALG.A.P. die Eintrittskarte, kein Alleinstellungsmerkmal.
GRASP und GLOBALG.A.P., worin sie sich unterscheiden
Diese beiden Dinge verwechselt man leicht, weil sie zusammen auftreten. Der Unterschied ist einfach.
| Merkmal | GLOBALG.A.P. | GRASP |
|---|---|---|
| Worum es geht | Anbauweise und Lebensmittelsicherheit | Arbeitsbedingungen und Arbeitnehmerrechte |
| Status | eigenständiges Zertifikat | Zusatzmodul zu GLOBALG.A.P. |
| Wen es schützt | Verbraucher und Abnehmer | Mitarbeiter des Betriebs |
Eins ohne das andere ergibt Sinn, aber zusammen geben sie ein vollständigeres Bild: sicheres Gemüse, erzeugt unter fairen Bedingungen. Deshalb halten wir an beidem fest.
Wie das bei uns aussieht
GRASP ist für uns kein Papier für die Schublade. Wir bewirtschaften über 400 ha, davon rund 150 ha Zwiebeln, ein eigenes Lager für 1300 Tonnen und eine automatisierte Verpackungslinie. Bei dieser Größe bedeutet die Saison dutzende Menschen bei Ernte, Sortierung und Verpackung. Ohne geordnete Arbeitsregeln lässt sich das weder sicher noch verlässlich führen.
Zertifikate verstehen wir als Teil der Qualität, nicht als etwas daneben. Wie wir vom Feld bis zur Palette auf Qualität achten, beschreiben wir im Beitrag über den Zwiebelanbau in den Werdern und über die Zwiebellagerung. Und wie die Zusammenarbeit im Handel und die Lieferformen aussehen, schreiben wir im Beitrag über Zwiebeln im Großhandel aus den Werdern.
Häufige Fragen
Was ist das GRASP-Zertifikat?
Es ist das GLOBALG.A.P. Risk Assessment on Social Practice, die Risikobewertung sozialer Praktiken. Ein Zusatzmodul zu GLOBALG.A.P., das Arbeitsbedingungen, Arbeitnehmerrechte und deren Sicherheit bewertet.
Worin unterscheidet sich GRASP von GLOBALG.A.P.?
GLOBALG.A.P. betrifft die Anbauweise und die Lebensmittelsicherheit. GRASP betrifft die Arbeitsbedingungen und die Arbeitnehmerrechte. GRASP ist ein Zusatzmodul und setzt GLOBALG.A.P. voraus.
Umfasst GRASP auch Saisonarbeiter?
Ja. Die Bewertung umfasst jede Form der Beschäftigung, auch Saison- und Zeitarbeit, was im Gemüseanbau besonders wichtig ist.
Hat Agro-Malz GRASP?
Ja. Wir haben GLOBALG.A.P. sowie GRASP, und wir führen den Betrieb nach den Grundsätzen der Integrierten Pflanzenproduktion.
Suchen Sie einen Gemüselieferanten mit vollständigen Zertifikaten? Schreiben Sie uns über die Kontaktseite oder sehen Sie sich das Zwiebelangebot an.


