Die Zwiebelernte aus Saat fällt in Polen meist auf August und September, und über den genauen Termin entscheidet nicht der Kalender, sondern das Feld. Wir bauen Zwiebeln auf rund 150 Hektar in den Werdern (Żuławy) an und richten die Ernte jedes Jahr so ein, dass wir die Ware im besten Moment einholen, weder zu früh noch zu spät. In diesem Beitrag zeigen wir, wann unsere Saison beginnt, woran wir erkennen, dass die Zwiebel reif ist, und wie der ganze Weg vom Feld ins Lager aussieht.
Wann die Zwiebelerntezeit beginnt
Die Zwiebel aus Saat reift bei uns ab dem Spätsommer. Unter den Bedingungen der Werder bedeutet das meist die zweite Augusthälfte und den September, denn das kühlere, maritime Klima verlängert die Vegetation im Vergleich zum Süden des Landes. Aus Steckzwiebeln gezogene Ware kommt früher vom Feld, oft schon Ende Juli oder Anfang August, doch wir setzen auf die Frühjahrssaat, deshalb fällt unsere Ernte später.
Den Termin kann man nicht fest in den Kalender schreiben. Jede Saison ist anders, denn über die Reife entscheidet das Wetter den ganzen Sommer über. Darum schauen wir auf die Pflanze, nicht auf das Datum. Wenn das Ende der Vegetation naht, prüfen wir die Felder täglich und warten auf den richtigen Moment sowie auf einen trockenen, sonnigen Tag für die Einfahrt.
Woran wir erkennen, dass die Zwiebel reif ist
Das wichtigste Signal ist das umgeknickte Laub. Wenn die Blätter bei den meisten Pflanzen ihre Spannkraft verlieren und sich auf den Boden legen, hört die Zwiebel auf, Ertrag aufzubauen, und beginnt zu reifen. Das ist das Zeichen, dass die deckende Schale ausreift, der Hals abtrocknet und die Zwiebel zum Roden bereit ist.
Wir schauen auch auf die Zwiebel selbst: auf die Färbung der Schale, darauf, ob sich der Hals schließt, und auf den allgemeinen Zustand des Feldes. Dazu kommt das Wetter. Zwiebeln ernten wir an trockenen, sonnigen Tagen, denn dann klebt weniger Erde an der Ware und das Risiko von Lagerkrankheiten ist geringer. Eine Ernte bei Nässe ist der direkte Weg zur Fäulnis im Lager.
Die Zwiebel hält das offene Bodenprofil die ganze Saison über frei, bis zur Ernte. Das ist bequem für Unkraut, deshalb gehört zum Saisonende bei uns auch das Sauberhalten des Feldes, damit wir reine Ware ernten und nicht Ware mit Unkraut.
Unser Arbeitskalender in der Erntezeit
Die Ernte ist nicht ein Tag, sondern mehrere Wochen durchgeplanter Arbeit. Auf rund 150 Hektar holen wir nicht alles auf einmal ein, deshalb planen wir die Reihenfolge der Felder und das Tempo so, dass die Kette vom Roden bis zum Lager keine Stillstände hat. Unten ein knapper Überblick darüber, was wir tun und wann.
| Etappe | Wann (ungefähr) | Was wir tun |
|---|---|---|
| Reifung | August | Wir beobachten die Felder, warten auf das Umknicken des Laubs |
| Vorbereitung zur Ernte | Ende August, Anfang September | Laub abschneiden, Zwiebeln mit dem Grimme-Gespann roden |
| Eigentliche Ernte | September | Selbstfahrender Vollernter, Ernte von zwei Reihen auf einmal |
| Abtransport vom Feld | laufend | John Deere 6930 Premium mit Wielton Tridem-Anhänger, schlagdämpfende Planen |
| Nach der Ernte | September und weiter | Nachreinigung, 2 bis 4 Tage Trocknung, Sortierung, Lager |
Das Tempo ist mitunter hoch. Unser selbstfahrender Vollernter schafft bis zu 150 Tonnen pro Stunde und nimmt zwei Reihen auf einmal. Die gesamte Technik, mit der wir das machen, beschreiben wir im Maschinenpark, und die maschinelle Ernte selbst zerlegen wir im Beitrag über den Zwiebelvollernter in ihre Bestandteile.
Ernte ohne Beschädigungen, denn hier beginnt die Qualität
Die Zwiebel kommt in dem Zustand vom Feld, in dem sie ins Lager gelangt. Jede Druckstelle ist eine mögliche Stelle, an der sie später zu faulen beginnt. Darum richten wir die ganze Ernte schonend aus: Entleeren des Vollernterbehälters in der Fahrt, Befüllen des Anhängers von vorne und schlagdämpfende Planen, die die Ware beim Transport schützen. Das ist eine einfache Regel, aber sie entscheidet darüber, wie viel Zwiebel in guter Form bis zum Verkauf durchhält.
Die Zwiebel kommt schmutzig und feucht vom Feld, also geht sie gleich nach der Ernte zur Nachreinigung und Trocknung. In unserem maritimen Klima trocknen wir sie meist 2 bis 4 Tage, schließen dabei den Hals am Laub und entfernen überschüssige Feuchtigkeit, bevor sie ins Lager kommt. Erst danach geht die Zwiebel ins Lager, wo wir weiter auf Temperatur und Luftfeuchtigkeit achten, worüber wir ausführlicher im Beitrag über die Zwiebellagerung schreiben.
Das Wetter bestimmt die Saison
Die Erntezeit läuft nach den Vorgaben des Wetters, und das kann ordentlich durcheinanderbringen. Das Jahr 2025 war bei uns sehr nass: im Juli fielen bis zu 150 bis 220 Liter Wasser pro Quadratmeter am Tag, es kam zu Überschwemmungen und übergelaufenen Entwässerungskanälen. Der nasse Boden verdichtete sich, der Ertrag zog schwächer durch, und der Druck durch nachwachsendes Unkraut war hoch. Solche Saisons zeigen, dass eine gute Ernte lange vor der Einfahrt des Vollernters beginnt, in einem ebenen Feld und einer gesunden Pflanze.
Darum behalten wir bis zum Saisonende die Hand am Puls. Wir reagieren auf Prognosen, verschieben die Reihenfolge der Felder und planen die Einfahrt für die Wetterfenster. Das ganze Anbaujahr, von der Saat bis zu diesem Moment, zeigen wir im Leitfaden über den Zwiebelanbau in den Werdern.
Vom Feld direkt zum Abnehmer
Eine gut geplante Erntezeit ist kein Selbstzweck, sondern die Grundlage einer sicheren Lieferung. Dank des eigenen Lagers für rund 1300 Tonnen müssen wir nicht alles gleich nach der Ernte verkaufen. Wir steuern den Verkauf über die Zeit und geben die Zwiebel nach Fraktionen und sortiert aus, in der auf den Abnehmer abgestimmten Form. Wie die Zusammenarbeit im Großhandel bei uns aussieht, beschreiben wir im Beitrag über Gemüse aus den Werdern im Großhandel, und Einzelheiten zu Sorten und Lieferformen findest du im Zwiebelangebot.
Häufige Fragen
Wann erntet man Zwiebeln in Polen?
Zwiebeln aus Saat erntet man meist im August und September, aus Steckzwiebeln etwas früher, Ende Juli oder Anfang August. Bei uns, in den Werdern, fällt die Ernte meist in die zweite Augusthälfte und den September, denn das maritime Klima verlängert die Vegetation.
Woran erkennt man, dass die Zwiebel erntereif ist?
Das sicherste Zeichen ist das umgeknickte Laub, also Blätter, die ihre Spannkraft verlieren und sich auf den Boden legen. Dazu kommen eine gefärbte, trockene Schale und ein sich schließender Hals. Den Termin lesen wir am Feld ab, nicht am Kalender.
Erntet man Zwiebeln im Regen?
Nein. Zwiebeln ernten wir an trockenen, sonnigen Tagen. Eine Ernte bei Nässe bedeutet mehr Erde an der Ware und ein höheres Fäulnisrisiko im Lager, deshalb warten wir auf das richtige Wetterfenster.
Wie lange dauert die Zwiebelerntezeit?
Bei uns sind das mehrere Wochen, denn auf rund 150 Hektar holen wir die Ware Feld für Feld ein, nicht alles auf einmal. Nach der Ernte kommen noch 2 bis 4 Tage Trocknung und die Sortierung dazu.
Was geschieht mit der Zwiebel gleich nach der Ernte?
Vom Feld geht die Zwiebel zur Nachreinigung und Trocknung über 2 bis 4 Tage, dann zur Sortierung und ins Lager. Dort achten wir auf Temperatur und Luftfeuchtigkeit, damit die Ware in guter Form bis zum Verkauf durchhält.
Womit erntet ihr die Zwiebeln?
Zuerst schneiden wir das Laub ab und roden die Zwiebeln mit dem Grimme-Gespann, die eigentliche Ernte übernimmt ein selbstfahrender Vollernter, der zwei Reihen auf einmal nimmt, mit einer Leistung von bis zu 150 Tonnen pro Stunde. Der Abtransport läuft über einen John Deere 6930 Premium mit Wielton Tridem-Anhänger.
Suchst du Zwiebeln aus einer geprüften Ernte in den Werdern? Schreib uns über die Kontaktseite oder sieh dir das Zwiebelangebot an. Schau auch, wie wir Zwiebeln in den Werdern anbauen, die ganze Saison über.


