Parallelfahren heißt, den Traktor Bahn für Bahn über den Acker zu führen, Spur an Spur, ohne Überlappungen und ohne Lücken. Die Maschine hält die Linie von selbst, der Fahrer achtet auf das Anbaugerät. Bei uns übernimmt das der John Deere Auto Pilot zusammen mit der GPS-Navigation von Trimble und der RTK-Korrektur. Das ist keine Spielerei, sondern die Grundlage der gesamten Präzisionslandwirtschaft, die wir auf über 400 Hektar betreiben, davon Zwiebeln auf 150 Hektar Żuławy-Marschböden.
Was Parallelfahren ist
Beim klassischen Fahren zielt der Fahrer nach Augenmaß auf die vorige Bahn. Er lässt immer etwas Reserve, damit nichts ausgelassen wird, und fährt so leicht auf den bereits bearbeiteten Streifen. Auf einem Hektar sind das ein paar Prozent Fläche, die doppelt bearbeitet werden. Auf mehreren Hundert Hektar wird daraus ein Berg an doppelt verbrauchtem Kraftstoff, Saatgut, Dünger und Pflanzenschutzmittel.
Parallelfahren beseitigt diese Reserve. Das System kennt die Arbeitsbreite der Maschine und legt die nächsten Spuren genau nebeneinander an. Der Traktor fährt sie automatisch ab, und jede folgende Bahn schließt an die vorige an, ohne Überlappung und ohne Lücke. Das funktioniert genauso auf gerader Linie, in Kurven und beim Zurückkehren aufs Feld nach einer Pause, denn die Fahrspur ist gespeichert und wird nicht aus dem Gedächtnis des Fahrers rekonstruiert.
Wie John Deere Auto Pilot bei uns arbeitet
Der Auto Pilot übernimmt das Lenkrad und hält den Traktor auf der vorgegebenen Spur. Der Fahrer dreht nicht den ganzen Tag am Lenkrad, sondern überwacht die Maschine, das Anbaugerät und das, was auf dem Feld passiert. Das Herzstück ist die genaue Position. Wir beziehen sie aus der GPS-Navigation von Trimble mit RTK-Korrektur, die das Satellitensignal laufend verbessert und den Fehler bis auf etwa 2-3 Zentimeter senkt.
Diese Genauigkeit ist hier eine Bedingung, kein Luxus. Zwiebeln führen wir auf Beeten von 2 Metern Breite und in schmalen Reihen. Verlöre der Traktor die Spur um einige Zentimeter, würde er bei jeder weiteren Behandlung die Pflanzen beschädigen. Bei 2-3 Zentimetern kehren wir die ganze Saison über auf dieselbe Spur zurück, von der Aussaat über Pflege und Schutz bis zur Ernte. Wie wir diese Präzision bei der teilflächenspezifischen Düngung nutzen, beschreiben wir im Beitrag über die teilflächenspezifische Ausbringung.
Was uns das auf dem Feld bringt
Parallelfahren zahlt sich an mehreren Fronten zugleich aus. Das Wichtigste haben wir in einer Tabelle zusammengefasst.
| Vorteil | Woher es kommt | Wirkung |
|---|---|---|
| Weniger Überlappungen | Spuren schließen ohne Überlappung an | Geringerer Verbrauch an Kraftstoff, Saatgut und Pflanzenschutz |
| Keine Lücken | Spur gespeichert, nicht nach Augenmaß | Gleichmäßiger Bestand, keine unbearbeiteten Streifen |
| Weniger Bodenverdichtung | Wir fahren stets dieselben Spuren | Gesünderes Bodenprofil, besseres Ausreifen des Ertrags |
| Arbeit bei Dunkelheit und Nebel | Die Maschine hält die Spur ohne Sicht | Längeres Zeitfenster für dringende Behandlungen |
| Weniger Ermüdung | Der Fahrer dreht nicht am Lenkrad | Mehr Aufmerksamkeit, weniger Fehler |
Auf den Żuławy-Marschböden zählt das Fahren auf festen Spuren besonders. Marschböden sind schwere, fruchtbare Böden, in ihren Parametern den Poldern in den Niederlanden nahe, aber empfindlich gegen Verdichtung. Wenn die Räder immer derselben Linie folgen, bleibt der Rest des Feldes locker, und die Zwiebeln reifen ihren Ertrag besser aus. Bei Erträgen von rund 60 Tonnen pro Hektar summiert sich jedes solche Detail. Mehr über den Boden selbst haben wir im Beitrag über die Żuławy-Marschböden für Zwiebeln geschrieben.

Parallelfahren ist das Fundament, kein Zusatz
Ohne genaue Führung funktioniert nichts, was wir danach tun. Die teilflächenspezifische Ausbringung braucht eine Maschine, die die Feldzone auf den Meter genau trifft. Die punktgenaue Spritzung, wie die von uns 2025 getestete Ecorobotix ARA, verlangt, dass jede Bahn ohne Lücke an die vorige anschließt. Selbst die Zwiebelernte mit dem Roder läuft gleichmäßiger, wenn die Reihen gerade und immer an derselben Stelle gesät sind. Deshalb stellen wir das Parallelfahren an die erste Stelle und bauen den Rest der Technik darauf auf.
Die Reihenfolge zählt. Zuerst genaue RTK-Navigation und Parallelfahren, erst danach Karten, variable Dosierung und punktgenauer Schutz. Ohne zentimetergenaue Wiederholbarkeit verliert der Rest seinen Sinn.
Die gesamte Technik, mit der wir das Feld bearbeiten, zeigen wir in unserem Maschinenpark. Dort finden Sie die Karte zur GPS-Navigation Trimble RTK und zum System John Deere Auto Pilot, neben dem Roder, dem Lager und der Verpackungslinie.
Was der Zwiebelabnehmer davon hat
Für den Käufer zählt eine gleichmäßige, wiederholbare Ware in gutem Kaliber und mit gleichbleibender Qualität. Genau darauf arbeitet das Parallelfahren hin. Ein gleichmäßiger Bestand ohne Lücken und ohne doppelt bearbeitete Streifen bringt einen gleichmäßigen Ertrag und weniger Ausreißer. Das Fahren auf festen Spuren schützt den Boden, sodass die Zwiebeln auf dem ganzen Feld ihren Ertrag ausreifen, nicht nur auf den besseren Stellen. Weniger verschwendetes Mittel bedeutet auch saubereren, besser dokumentierten Rohstoff, was bei den Zertifikaten GlobalG.A.P. und GRASP sowie beim Betrieb nach den Grundsätzen der Integrierten Pflanzenproduktion zählt.
Gleichmäßiger Rohstoff lässt sich leichter sortieren und verpacken, deshalb geht unsere Zwiebel an große Packbetriebe und Verarbeitungswerke. Wenn Sie einen Lieferanten suchen, sehen Sie sich unser Zwiebelangebot an oder schreiben Sie uns über die Kontaktseite. Wie wir Zwiebeln von der Aussaat bis zur Ernte anbauen, beschreiben wir im Hauptbeitrag über Zwiebeln aus Żuławy.
Häufige Fragen
Was ist Parallelfahren?
Das ist automatisches Fahren des Traktors über das Feld, Bahn für Bahn, ohne Überlappungen und ohne Lücken. Das System kennt die Arbeitsbreite der Maschine und legt die nächsten Spuren genau nebeneinander an, und der Traktor hält sie von selbst.
Worin unterscheidet sich Auto Pilot von einer gewöhnlichen GPS-Navigation?
Eine gewöhnliche Navigation zeigt dem Fahrer nur, wohin er fahren soll. Der John Deere Auto Pilot übernimmt das Lenkrad und hält den Traktor selbst auf der Spur. Der Fahrer überwacht die Arbeit des Anbaugeräts, statt von Hand zu lenken.
Welche Genauigkeit bringt die RTK-Korrektur?
Bei uns etwa 2-3 Zentimeter. Das Satellitensignal wird laufend korrigiert, sodass wir die ganze Saison über auf dieselbe Spur zurückkehren, von der Aussaat bis zur Ernte.
Spart Parallelfahren Kraftstoff und Betriebsmittel?
Ja. Ohne Überlappungen bearbeiten wir denselben Streifen nicht zweimal, also verbrauchen wir weniger Kraftstoff, Saatgut, Dünger und Pflanzenschutz. Das Fahren auf festen Spuren schützt zusätzlich den Boden vor Verdichtung.
Möchten Sie sehen, womit wir sonst noch auf dem Feld arbeiten? Werfen Sie einen Blick in unseren Maschinenpark oder schreiben Sie uns über die Kontaktseite.


